Personen-Lexikon

Lexikon der Referenten der „Leitfossilien“-Reihe und weiterer Wissenschaftler

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Prof. Dr. Eberhard Zeidler

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Im Jahr 1959 nahm Eberhard Zeidler an der Universität Leipzig ein Mathematikstudium auf. Nachdem er 1961 wegen kritischer Äußerungen exmatrikuliert wurde, arbeitete er in der Industrie und leistete seinen Wehrdienst in der NVA ab. 1964 konnte er das Studium fortsetzen und promovierte 1967 bei Herbert Beckert zum Dr. rer. nat. mit der Arbeit Über eine Klasse nichtlinearer singulärer Randwertaufgaben der Funktionentheorie mit Symmetrieverhalte. Drei Jahre später wurde er habilitiert und zum Dozenten für Analysis an die Universität Leipzig berufen. Von 1974 bis 1996 war er ordentlicher Professor für Analysis.
Bei Gründung des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig wurde er im Jahr 1996 der erste Geschäftsführende Direktor. Diese Position gab er 2003 ab, blieb aber weiterhin Direktor. Im Oktober 2007 wurde er emeritiert.
Seit 1994 ist Zeidler Mitglied der Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Stiftungsvorstandes und des Stiftungsbeirates der Stiftung Benedictus Gotthelf Teubner Leipzig/Dresden/Berlin/Stuttgart, welche im Jahr 2003 gegründet wurde.
Das Forschungsinteresse des Mathematikers galt besonders dem Gebiet der nichtlinearen Funktionalanalysis.
Zu Ehren seines 65. Geburtstags wurde im Jahr 2005 durch das Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften und der Universität Leipzig ein Internationales Symposium veranstaltet. 2006 wurde Zeidler mit dem Alfried-Krupp-Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Curriculum Vitae

1940 Geboren in Leipzig
1959 – 1961 Studium der Mathematik an der Universität Leipzig; 1961 Exmatrikulierung aus politischen Gründen
1961 – 1964 Arbeit in der Industrie sowie Wehrdienst
1964 – 1967 Fortsetzung des Studiums an der Universität Leipzig
1967 Promotion zum Dr. rer. nat. „Über eine Klasse nichtlinearer singulärer Randwertaufgaben der Funktionentheorie mit Symmetrieverhalte“ bei Herbert Beckert
1970 Habilitation und Berufung an die Universität Leipzig als Dozent für Analysis
1974 – 1996 Ordentlicher Professor für Analysis
Seit 1994 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
1996 – 2007 Erster Geschäftsführender Direktor des neu gegründeten Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig; 2003 gab er die Geschäftsführung ab, blieb aber weiterhin Direktor
2004 Ehrendoktorwürde der Vietnamesischen Akademie der Wissenschaften in Hanoi
2006 Alfried-Krupp-Wissenschaftspreis
2007 Emeritiert
2014 Wissenschaftspreis der Teubner-Stiftung zur Förderung der Mathematischen Wissenschaften
2016 Verstorben am 18. November
2017 Widmung der mathematischen Institutsbibliothek der Universität Leipzig in Eberhard-Zeidler-Bibliothek

Vorträge bei uns

20.11.2008 19:00 – 20:30 Die Faszination der Wechselwirkung zwischen Mathematik und Naturwissenschaften Alles, was zählt